Sokrates (griechischer Philosoph, 470 – 399 v. Chr.) beschrieb vier Eigenschaften, welche zu einem Richter gehören: höflich anzuhören, weise zu antworten, vernünftig zu erwägen und unparteiisch zu entscheiden.

Doch leider muss ich Sokrates widersprechen, es ist heutzutage nicht mehr nötig diese Eigenschaften innezuhalten, um über andere zu richten. Zumindest häufen sich immer mehr Richter, welche nicht mit Sokrates Beschreibung übereinstimmen. Ihr versteht nicht ganz was ich meine? Es gibt Journalisten, die über Institutionen und über das soziale Engagement dieser Institutionen ohne jegliche Rechtfertigung urteilen. Dabei muss man jedoch sagen, dass sie nicht einmal ihrer Rolle als Journalisten gerecht werden. Sie sind geprägt von   Subjektivität und einer einseitigen Berichterstattung. Doch fangen wir von vorne an:

Am Wochenende von 28. Juli bis zum 30. Juli 2017 veranstaltete der schiitische Dachverband IGS einen Workshop in Zusammenarbeit mit dem Al Mustafa Institut – einer akademischen Institution für islamische Theologie. Dieser Workshop trug den Titel „Islam zwischen Rationalität und Radikalität“. Fast 20 heranwachsende Muslime deutscher Identität versammelten sich in diesem Sinne, um Präventionsmaßnahmen gegen eine Radikalisierung zu definieren. Man sollte meinen, dass diese Initiative junger Muslime lobenswert sei und gefördert gehört. Jedoch wurden ein Tag vor Beginn des Workshops die Fördermittel durch das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gestrichen. Grundlage hierfür waren niveaulose Artikel einiger Boulevardmedien in Deutschland. Medien, welche durch eine dissoziative Wahrnehmung alle an dem Workshop teilnehmenden deutsche Muslime als „iranische Terror-Helfer“ deklariert wurden.

Halten wir kurz bei dieser Aussage an, wer ist nun „iranischer Terror-Helfer“? Die Teilnehmer, welche ausnahmslos in Deutschland leben und diese als Heimat sehen? Oder die Gastredner, welche Professoren der Philosophie, Jura oder islamischen Theologie sind? Darunter ebenfalls eine deutsche Verdienstkreuz-Trägerin. Oder geht es hier nur um die Institution, welche dazu eingeladen hat, präventive Maßnahmen gegen eine radikale deutsche Gesellschaft zu entwickeln? Ein Verband aus über 100 Vereinen mit deutschen, türkischen, pakistanischen, iranischen und arabischen Mitglieder. Meiner Meinung nach sind Terror-Helfer jene, die sich dafür einsetzen die Präventionsarbeit in Deutschland zu verhindern und einzudämmen.

Als Teilnehmer an dem Workshop kann ich nur mein Lob für die Organisatoren und die Institutionen aussprechen, welche sich dafür einsetzen den Islam in einer rationalen Art und Weise und in deutscher Sprache vorzustellen. Außerdem verurteile ich jegliche Vorwürfe und Urteile über diese Arbeit. Wenn niemand höflich zuhört, weise antwortet, den Sachverhalt vernünftig in Betracht ziehen und unparteiisch seine Entscheidungen fällt, so steht demjenigen nicht zu über etwas zu urteilen.

Mein Appell an jene Boulevardmedien: Wir als junge Muslime gehören zu Deutschland und wir werden nicht zulassen, dass uns jemand verbietet das Richtige zu tun! Die negative Berichterstattung gegen Institutionen wie die IGS oder das Al Mustafa Institut verurteilen wir und bitten die Betroffenen rechtlich gegen diese Vorwürfe vorzugehen. An unsere werten Politiker: Eine gesunde Demokratie lebt von ihrer Diversität. Uns vereint die deutsche Identität, demnach sollte der Migrationshintergrund bei der Präventionsarbeit nebensächlich sein. Wir appellieren an Ihre Vernunft, um solch einen wertvollen Workshop nicht noch einmal im Stich zu lassen!

 

 

 

 

 

 

Kommentar zum Workshop „Islam zwischen Rationalität und Radikalität“